Oft meiden Pferde giftige Pflanzen auf der Weide. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie automatisch wissen, was sie fressen dürfen und was nicht. Neugier, Futtermangel, die unbeabsichtigte Aufnahme über Heu oder ein versehentliches Fressen können schwerwiegende Folgen haben. Einige Pflanzen enthalten Giftstoffe, die bereits in kleinen Mengen zu schweren Vergiftungen oder sogar zum Tod führen können.
1. Robinie / Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia)

Alle Teile der Robinie sind hochgiftig, mit Ausnahme der Blüten. Bereits wenige Gramm der Rinde können tödlich sein. Die braunen Schoten mit den Samen können durch den Wind über viele Kilometer hinweg auch auf genachbarte Weiden gelangen. Zudem wird das Holz häufig für Zäune und Stallkonstruktionen verwendet, was das Risiko einer Aufnahme zusätzlich erhöht.
2. Bergahorn und Eschenahorn (Acer spp.)

Beide Bäume enthalten den Giftstoff Hypoglycin A, der die atypische Weidemyopathie verursachen kann – eine schwere Muskelerkrankung, die in vielen Fällen tödlich verläuft.
Herbst: Die herabgefallenen Samen sind besonders gefährlich und können durch den Wind über mehrere Kilometer verbreitet werden.
Frühjahr: Die jungen Keimlinge gehören zu den ersten grünen Pflanzen auf der Weide und sind ebenfalls hochgiftig.
3. Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Die Herbstzeitlose ist für viele Tiere und auch für den Menschen hochgiftig. Bereits kleine Mengen von Blättern, Blüten oder Samen können tödlich sein. Das Gift bleibt auch im Heu wirksam; im getrockneten Zustand können Pferde die giftigen Pflanzen jedoch nicht mehr erkennen und aussortieren. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Futterqualität unerlässlich.
Achtung: Selbst optisch einwandfreies Futter kann giftige Pflanzen enthalten.
4. Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea)

Jakobskreuzkraut enthält Alkaloide, die die Gesundheit der Pferde schwer beeinträchtigen und zum Tod führen können. Daher ist eine konsequente Weidepflege wichtig, da sich diese Pflanze bei mangelnder Kontrolle rasch ausbreitet. Auch im getrockneten Zustand im Heu bleibt sie gefährlich; bei chronischer Aufnahme können Vergiftungserscheinungen erst Wochen oder sogar Monate später auftreten.
5. Eibe (Taxus baccata)

Alle Teile der Pflanze sind extrem giftig. Bereits geringe Mengen können zu Herzversagen und plötzlichem Tod führen. Eiben dürfen sich nicht in der Nähe von Pferdeweiden oder Stallungen befinden; unter keinen Umständen dürfen Eibenzweige als Knabberäste angeboten werden.
6. Fingerhut und Eisenhut (Digitalis spp. & Aconitum spp.)

Diese Pflanzen enthalten sehr wirksame Substanzen, die Herz und Nervensystem beeinträchtigen. Bereits wenige Blätter oder Blüten können schwere Vergiftungen oder sogar den Tod verursachen.
7. Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Der Gefleckte Schierling ist extrem giftig und leicht mit Kümmel oder Wilder Möhre zu verwechseln. Er kann Lähmungen sowie Atem- und Herzprobleme verursachen und ist bereits in geringen Mengen tödlich.
8. Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Die Nachtschattengewächse umfassen Pflanzen wie Tollkirsche, Bittersüß oder Kartoffel, die giftige Alkaloide enthalten und die Gesundheit von Pferden stark beeinträchtigen können. Diese Pflanzen wachsen bevorzugt an schattigen Stellen oder am Waldrand. Alle Pflanzenteile können giftig und sogar tödlich sein.
Autorin: Lynn Kirsch http://www.soleiftri.com


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